Willkommen im alten Zerbst

Nauke mit's Dreirad

"Forstrat Nauke" alias Max Meinecke

Der in Zerbst so oft genannte und bekannte „Forstrat Nauke“, mit bürgerlichen
Namen Max Meinecke, wohnte bis zur Zerstörung in Zerbst auf der Schleibank.
Seine stets treu umsorgte Frau betrieb ein kleines Kurzwarengeschäft, und beide
waren mit allem zufrieden.

Immer wenn die Jungen vom Fischmarkt Herrn Meinecke auf der Straße trafen,
dann zogen sie die Mütze und grüßten mit:“Guten Morgen Herr Meinecke,
auch Weidmannsheil!“ Da war dann immer ein freundliches Lächeln an der
Tagesordnung. Wenn sie aber riefen:“Nauke, met’s Dreirad, viel Glück!“ Dann
drehte er sein Stahlroß herum und kam hinterher.

Immer wenn der Forstrat „Nauke“ sein Dreirad auf der Straße bereit zum Fahren
machte, dann war bei der Jugend immer ein Gaudi angesagt.
Er radelte zum Heidetor hinaus, links herum die Wallanlagen entlang zum soge-
nannten „Tobaksweg“, vorbei an der alten, um es richtig auszudrücken,
„Flußbadeanstalt“, und dann in Richtung Zauberwald.

Forstrat „Nauke“ hatte sich etwas Besonderes beim Kauf seiner Schrotflinte
einfallen lassen. Er wählte das Schrotlaufkaliber 14 aus. (herkömmliche Kaliber
sind 12er oder 16er) Das hatte ja auch seinen Grund für diese ausgefallene
Bemessung. Da er ja ein sehr sparsamer Mensch und Jäger war, brauchte er
nämlich, wenn bei Treibjagden auf Hasen oder Flugwild wie Enten, einem
Nachbarschützen die Munition einmal ausging, diesen keine Munition aushelfen.
Denn dieses unmögliche Kaliber 14 hatte und hat auch heute noch kein Jäger.

Es spart der Nauke, dieser Wicht,
bei nächtlicher Heimfahrt stets das Licht,
und eines Nachts auf Straßenmitte
ein graues Etwas hemmt die Tritte.
Es stößt ihn etwas ins Gesicht,
nun endlich macht der Forstrat Licht.
Und ruft:“Du siebenmal dummes Eseltier,
was suchst du auf der Straße hier?“

„Weidmannsheil“ Zigeunerin
Immer wenn der Forstrat „Nauke“ sein Dreirad auf der Straße bereit zum Fahren
machte, dann war bei der Jugend immer ein Gaudi angesagt.
Er radelte zum Heidetor hinaus, links herum die Wallanlagen entlang zum soge-
nannten „Tobaksweg“, vorbei an der alten , um es richtig auszudrücken,
„Flußbadeanstalt“, und dann in Richtung Zauberwald. Zum Weidmann „Jumbo“
Zähle erzählte er immer:“Du weist, Munition ist ja auch für unsereins sehr teuer.
Ich warte auf meinem Dreirad sitzend, bis sich zwei „Karnickel“ hintereinander
hingesetzt haben, erst dann lasse ich meine Schrote fliegen!“
Jedenfalls hatte Nauke wieder einmal in seiner Niederwildjagd mehrere kleine
Wildkaninchen geschossen und fuhr quietschvergnügt nach Hause.
Er nahm einen kleinen Umweg über die Buschmühle. Es war ja auch noch früh
am Abend. Was ist denn für fahrendes Volk am Buschmühlenwald zu sehen?
Er hielt jedenfalls an und wurde gleich von einer jungen hübschen Zigeunerin
auf dem Fahrrad „angemacht. Sie wollte ihm die weitere Zukunft aus der Hand
lesen oder vielleicht auch die Karten lesen. Das war jedenfalls nichts für unseren
Forstrat. Er debattierte mit den jungen Damen und dann schließlich unverrichteter
Dinge weiter nach Hause.
Auf der Schleibank vor seinem Hause angekommen, da sah er die Bescherung.
Als er in den Jagdrucksack sah, war kein Wildbret mehr da. Die pfiffigen jungen
Zigeunerinnen hatten ihm seine Jagdbeute ganz still und gekonnt abgenommen.
Ihm blieb somit nur noch zur Tat zu schreiten. Sofort das Dreirad aus dem Stall
und mit doppelter Geschwindigkeit zur Buschmühle zurück zu den
Zigeunern. Aber da war wohl nichts mehr zu machen.
Bei der nächsten Kneipenrunde machte sich dieser in Erinnerung von alten
Zerbstern gebliebene kleine Spruch:

„Gebt sofort die Kaninchen wieder raus,
sonst blas ich euch das Lichtlein aus!
Von vorn, da wollt ihr für mich beten,
und hinten geht das Wildbret flöten.“

Ursprungschein über erlegtes Wild.

Mit Burmeister, Meinecke, Zähle

Der Parcours in Steutz
Immer wenn im Herbst die Treibjagden losgingen, erhofften so die Zerbster
Stadtjäger (Pachtjagd der Zerbster Gemarkung) eine Einladung zur Jagd in
eine andere Gemeinde zu bekommen.
So wurde auch einmal der Forstrat „Nauke“ von den Steutzer Jägern im Herbst
recht herzlich eingeladen.
Nach recht erfolgreicher Jagd folgte wie immer ein zünftiges „Schüsseltreiben“.
In der Gaststätte Scharbrodt war alles bestens vorbereitet dazu.
Wie so oft gab es als „Belobigung“ vom Jagdgericht „ein Schluck Hasenblut“.
Das war natürlich kein Blut, sondern ein zusammen gemixtes Gesöff bestehend
aus Korn,Weinbrand,Bonekamp,Stonsdorfer und Kirsch, das ganze aufgefüllt
zu 200 g mit Rotwein.
Aber wenn es ans bezahlen ging war der „Forstrat“ zufällig zur Toilette.
Nach viel getrunkenem Hasenblut wurden natürlich auch die Gemüter lockerer.
Schnell wurde das Dreirad in die Gaststuben geholt und ein kleiner Parcour
aus Bierfässern, Tischen und Stühlen gebaut. Ein jeder konnte nun seine
Fahrkünste beweisen. Das Gaudi war natürlich sehr groß.

Vom Schrotkaliber war nichts zu verschenken
Forstrat „Nauke“ hatte sich etwas besonderes beim Kauf seiner Schrotflinte
einfallen lassen. Er wählte das Schrotlaufkaliber 14 aus. (herkömmliche Kaliber
sind 12er oder 16er) Das hatte ja auch seinen Grund für diese ausgefallene
Bemessung. Da er ja ein sehr sparsamer Mensch und Jäger war, brauchte er
nämlich, wenn bei Treibjagden auf Hasen oder Flugwild wie Enten,einem
Nachbarschützen die Munition einmal ausging, diesen keine Munition aushelfen.
Denn dieses unmögliche Kaliber 14 hatte und hat auch heute noch kein Jäger.

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